Erwartungen an die Weiterführende Schule Empirische Untersuchung zu den Übergangserwartungen von Grundschüler/innen
Stefanie Leffelsend & Bea Harazd
Empirische Pädagogik – 2004 – 18(2), 252-272
Welche Erwartungen haben Schüler/innen am Ende ihrer Grundschulzeit hinsichtlich der weiterführenden Schule, und wie bewerten sie diese Erwartungen? Zur Klärung dieser Fragen führten wir eine Fragebogenstudie mit 337 Schüler/innen aus neun Duisburger Grundschulen durch. Die Viertklässler/innen gaben für eine Reihe von übergangsspezifischen Situationen an, ob sie diese Situation an der neuen Schule erwarten (Erwartung), ob sie sich darüber freuen würden (Vorfreude) bzw. ob sie darüber besorgt wären (Besorgnis). Die Daten erlauben einerseits die Analyse der einzelnen Situationen, und andererseits die Analyse von personspezifischen Schülerkennwerten.
Die Übergangssituation wurde prinzipiell optimistisch eingeschätzt. Die abgefragten Situationen wurden positiv, ambivalent oder indifferent bewertet; negative Situationsbewertungen, bei denen die Besorgnis die Vorfreude übertraf wurden nicht gegeben.
Auf Ebene der individuellen Schülerkennwerte zeigte sich, dass die Vorfreude insgesamt deutlich höher ausgeprägt war als die Besorgnis. Daneben ergaben sich signifikante Unterschiede zwischen den Schulformen. Die genauere Analyse der Daten von zukünftigen Haupt- und Gymnasialschüler/inne/n zeigte, dass Hauptschüler/innen mehr Besorgnis äußerten, und zwar sowohl hinsichtlich des schulischen Umfeldes, der Leistungserwartungen und der sozialen Beziehungen zu den Mitschülern.